Pfingsten – was feiern wir da eigentlich?

Gut verteilt über das Jahr gibt es viele schöne Feste
Und die meisten denken Weihnachten wär‘ das Beste
Und auch Ostern ist im Allgemeinen sehr beliebt
Doch ich weiß, das es da etwas besseres gibt

Nur ich weiß nicht so recht, wann genau das ist
Und ich weiß eigentlich nicht, was der Grund dafür ist
Nur irgendwas hat’s mit dem heiligen Geist zu tun
Die Details haben wir vergessen, doch wir sagen euch nun:

Es geht um Pfingsten, unser Lieblingsfest
Denn im restlichen Jahr sind wir genug gestresst
Doch jetzt ist Pfingsten, und die Bäume blühen
Und zu Pfingsten muss man sich um nichts bemühen.
(…)
Pfingsten von Christoph & Lollo, aus dem Album „Mehr Schispringerlieder!“, Youtube-Video, Text

Ein weltliches Lied der Wiener Liedermacher Christoph Drexler und Lollo (Lorenz) Pichler über Pfingsten, das humorvoll und treffend widergibt, wodurch sich Pfingsten in unserer Wahrnehmung so auszeichnet: Wir haben frei, der Frühling kommt, es gibt keinen Streß mit Geschenken und Familienbesuchen. Pfingsten – das sind meist auch Pfingstferien oder zumindest ein verlängertes Wochenende, weil der Pfingstmontag ebenfalls ein Feiertag ist und darum ist das Fest durchaus beliebt.

Dennoch: Pfingsten steht nicht so im Mittelpunkt, wie Weihnachten und Ostern, dabei ist es eines der wichtigsten Feste im Kirchenjahr. Keine Geschenke, kein Baum, keine Eier, dafür geht es irgendwie um den Heiligen Geist. Worum es beim Pfingstfest eigentlich geht, ist kaum im Bewusstsein. Geburtstage sind ja immer ein Anlass, zu feiern und so kann man sich auch das Pfingstfest als Geburtstagsfest vorstellen – nicht das von Jesus Christus – sondern das der Kirche selbst.

Die erste christliche Gemeinschaft entstand

50 Tage nach dem Pessachfest (Sieben Wochen plus einen Tag) trafen sich die Anhänger Jesu zum jüdischen Erntedankfest, dem Schawuot. Das Wort „Pentecoste“, von dem sich unser Wort „Pfingsten“ herleitet, bedeutet „fünfzigster Tag“.

Was geschah an diesem Tag? Der Tag war ein Festtag in der Jerusalem. Viele Menschen aus unterschiedlichen Regionen waren dort. Auch die Jünger hatten sich nach Jerusalem begeben. Allerdings hatten sie Angst, auch Sie könnten, wie 50 Tage zuvor, Jesus, gefangen genommen und getötet werden.

Sie saßen in einem Haus zusammen und beteten, als etwas ganz Ungewöhnliches geschah. In der Einheitsübersetzung wird dies in der Apostelgeschichte wie folgt beschrieben:

„Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ – Apg 2,1-4

Buchmalerei aus der 'Devotionale Abbatis Ulrici Rösch': das Pfingstereignis, um 1472 (?), Stiftsbibliothek in St. Gallen
Buchmalerei aus der ‚Devotionale Abbatis Ulrici Rösch‘: das Pfingstereignis, um 1472 (?), Stiftsbibliothek in St. Gallen

Und dieses Ereignis wird als Pfingstwunder bezeichnet: die Jünger konnten in verschiedenen Sprachen sprechen, so dass alle sie verstanden, egal ob sie Griechen, Rümer, Araber oder Ägypter waren. Was Petrus über Jesus und seine Lehren erzählte, begeisterte viele Menschen. 3000 Frauen und Männer ließen sich an diesem Tag taufen. So entstand die erste christliche Gemeinschaft und darum sprechen wir auch vom Geburtstag der Kirche.

 

 

 

 

 

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Heiligenlexikon.dehttps://www.heiligenlexikon.de/Kalender/Pfingsten.html


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