Renovabis und Pfingsten

Was hat Renovabis mit Pfingsten zu tun? Renovabis ist das Osteuropa-Hilfswerk der Katholischen Kirche in Deutschland. Wir helfen bei der pastoralen, sozialen und gesellschaftlichen Erneuerung der Länder in Mittel-, Ost- und Südosteuropa – wie genau, erfahren Sie auf unserer Webseite www.renovabis.de. Im März 1993 wurde Renovabis als „Solidaritätsaktion der deutschen Katholiken mit den Menschen in Mittel- und Osteuropa“ ins Leben gerufen – gegründet von der ­Deutschen Bischofskonferenz (DBK) auf Anregung des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK).

Am Pfingstsonntag ist die Kollekte aus allen katholischen Kirchen in Deutschland für die Arbeit von Renovabis bestimmt.

… et renovabis faciem terrae

Der Name „Renovabis“ ist nicht zufällig gewählt, sondern gleichsam Programm. Entnommen ist er dem Schöpfungspsalm 104, wo es heißt:

„Sendest Du Deinen Geist aus, so werden sie alle erschaffen, und Du erneuerst das Antlitz der Erde.“ – lateinisch: „Emitte spiritum tuum, et creabuntur, et renovabis faciem terrae“.

Wir verstehen dieses Wort als Verheißung und Zusage. Die Ostkirchen beten den Psalm 104 täglich in der Vesper, in der lateinischen Liturgie hat er vor allem in der Pfingstzeit seinen Ort.

Von Erneuerung, von gottgewirktem Neuem ist in der Bibel an vielen zentralen Stellen die Rede  – etwa im Alten Testament: das Volk Israel zieht aus Ägypten aus in ein neues, gelobtes Land, es hofft nach dem Exil auf den neuen Himmels und die neue Erde. Jesus verkündet eine neue Lehre, er gibt ein neues Gebot, schenkt den bereits von den Propheten verheißenen neuen Bund.

Renovabis-LogoDas ganze Erlösungswerk Jesu Christi kann als Erneuerung und Neuschöpfung betrachtet werden. Er hat bereits für alle das Heil erworben, doch die volle, umfassende Verwirklichung dieses Heils wirkt der Heilige Geist. Durch die Geistsendung ist der Mensch aufgerufen und befähigt an der Erneuerung der Welt mitzuarbeiten, aber letztlich entscheidend ist nicht die eigene Leistung des Menschen. Darum fördert Renovabis auch das Gebet um den Heiligen Geist, besonders in Form der Novene zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten.

Der Kommunismus hat in den Ländern Mittel- und Osteuropas schlimme Verwüstungen hinterlassen, wirtschaftlich, politisch, gesellschaftlich, kulturell, besonders aber geistig und religiös. Der geschehene Umbruch bietet eine Chance des Neuanfangs, eine gottgeschenkte Zeit des Handelns. Das Vertrauen darauf, dass Gott die begonnenen Werke reifen lässt und letztlich zur Vollendung führt, schenkt uns Hoffnung und Zuversicht.