Hans Schaller: Heute zum Heiligen Geist beten?

Heute zum Heiligen Geist beten? – Buchcover

Im „Credo“ bekennen die Christen den Heiligen Geist als dritte göttliche Person. Aber spielt er im Glaubens- und Gebetsleben wirklich eine Rolle? Lassen wir uns ein auf sein lebendiges Wirken im Kosmos, in der Geschichte und in uns? Hans Schaller nimmt die „Pfingstsequenz“, eines der schönsten Gebete aus der abendländisch-christlichen Tradition, zum Leitfaden, um uns an diese tiefe Erfahrung heranzuführen.

Hans Schaller SJ, geb. 1941, Dr. theol., Studenten- und Akademiker- Seelsorger in Basel und Zürich; Gründer der Arche-Gemeinschaft in Hochwald/ Dornach; Pfarrer in Basel; Spiritual im Germanicum in Rom, später in Chur und Fribourg; heute Superior und Exerzitienleiter in Basel.

Topos Taschenbuch 1075
128 Seiten, kartoniert, 18 cm
1. Auflage Februar 2017
Topos plus Verlagsgemeinschaft, Kevelaer / Matthias-Grünewald-Verlag, Ostfildern
ISBN / Code: 978-3-8367-1075-6

(Verlagsinfo)

Pfingstlied heute

Die Wunder von damals müssen’s nicht sein, auch nicht die Formen von gestern;
nur lass uns zusammen Gemeinde sein, eins so wie Brüder und Schwestern,
ja, gib uns deinen guten Geist, mach uns zu Brüder und Schwestern.

Auch Zungen von Feuer müssen’s nicht sein, Sprachen, die jauchzend entstehen,
nur gib uns ein Wort, darin Wahrheit ist, dass wir, was Recht ist, verstehen,
ja, gib uns den Geist, deiner Wahrheit Geist, dass wir einander verstehen!

Ein Brausen vom Himmel muss es nicht sein, Sturm über Völker und Ländern,
nur gib uns den Atem, ein kleines Stück unserer Welt zu verändern,
ja, gib uns den Geist, deinen Lebensgeist, uns und die Erde zu ändern!

Der Rausch der Verzückung muss es nicht sein, Jubel und Gestikulieren,
nur gib uns ein wenig Begeisterung, dass wir den Mut nicht verlieren,
ja, gib uns den Geist, deinen Heil’gen Geist, dass wir den Mut nicht verlieren.

(Lothar Zenetti)

Geocache: Glauben. Suchen. Entdecken.

Renovabis bietet einen Geocache zum Thema Pfingsten an. In verschiedenen Stationen können die Jugendlichen gemeinsam Rätsel lösen und draußen unterwegs sein. Der Cache eignet sich beispielsweise als motivierender Einstieg für die Firmvorbereitung.

Download

Geocachen und Pfingsten – Dem Heiligen Geist auf der Spur

Ansprechpartner bei Renovabis

Simon Korbella
Renovabis, Domberg 27,
85354 Freising
Tel.: (08161) 5309-14,
Fax: (08161) 5309-44
E-Mail: sk@renovabis.de

Lieder

Das erneuert werde das Antlitz der Erde

Das erneuert werde das Antlitz der Erde

Die oberbayerische Liedermacherin Kathi Stimmer-Salzeder aus Aschau am Inn hat das Lied geschrieben und der Aktion Renovabis 2008 zum 15-jährigen Bestehen geschenkt.

Lieder aus dem Gotteslob

Atme in uns, Heiliger Geist (GL 346)

Komm Schöpfer Geist, kehr bei uns ein

Weitere Lieder zum Thema Heiliger Geist / Pfingsten unter gotteslob.katholisch.de/

Gebet für die Pfingstnovene

(nach der Weisung von Papst Leo XIII. 1897)

O Gott der Glorie, Herr der Heerscharen,
als Sieger bist du über alle Himmel emporgestiegen,
lass uns nicht als Waisen zurück,
sondern sende auf uns herab
den lebendig machenden Geist.

Sende uns den Geist der Wahrheit,
damit wir dich und den Vater
mehr und mehr erkennen.

Sende uns den Geist der Frömmigkeit,
damit wir den Vater im Geist
und in der Wahrheit anbeten.

Sende uns den Geist der Stärke,
damit wir gegen das Böse in uns und um uns
tapfer zu kämpfen.

Sende uns den Geist des Mutes,
mit dem du die Apostel ausgerüstet hast,
vor Statthalter und Könige zu treten
und dich zu bekennen.

Sende uns den Geist der Geduld,
damit wir uns in allen Prüfungen
als deine getreuen Knechte bewähren.

Sende uns den Geist deiner Liebe,
damit wir, von seiner Glut berührt,
das neue Gebot der Bruderliebe erfüllen.

Sende uns den Geist der Freude,
damit wir uns glücklich preisen,
dass wir Kinder unseres Vaters im Himmel sind.

Sende uns den Heiligen Geist, den Tröster,
damit wir in der Bosheit
und Gottlosigkeit der Welt nicht verzagen,
sondern uns deiner Nähe erfreuen.

Aus: Gebete für das ganze Leben, St. Benno Verlag 2004, 122f.

Du kannst dir kein Bild davon machen …

Impuls von Bischof em. Franz Kamphaus

‚Das ist nicht zu fassen‘, sagen wir. Es gibt Erfahrungen, die nicht in Worte zu fassen sind, gute und böse Erfahrungen, Sternstunden und Hiobsbotschaften: Nicht zu fassen.

Vielleicht denken Sie heute am Pfingsttag eher an Situationen, da Ihnen das Herz aufging – unfassbar, unbeschreiblich: ein strahlender Sonnenaufgang, eine hinreißende Musik, eine umwerfende Begegnung. Wir sind ‚ganz weg‘, geraten außer uns, tanzen und singen. Das Gespür für die Wirklichkeit weitet sich über die Grenzen des Vorfindlichen hinaus. Neue Horizonte tun sich auf. Wir ahnen: Es gibt noch ganz andere Lebensmöglichkeiten als die, die in unseren Kräften stehen, Größeres, Unbedingtes, die Möglichkeiten Gottes mit uns!

Sich halten an den Unfassbaren

Das ist Pfingsten. Menschen geraten außer sich. So steht’s da wörtlich: »Alle gerieten außer sich …« (Apg 2,12). Sie sind erfüllt von Gottes Geist. Der sprengt jeden Rahmen, der ist nicht zu fassen, er weht, wo er will (vgl. Joh 3,8). ‚Du kannst dir kein Bild davon machen‘, sagen wir. So ist das mit dem Heiligen Geist. Gerade so bringt er zum Ausdruck, was uns das zweite Gebot des Dekalogs einschärft: »Du sollst dir kein Bild machen von Gott …« (Ex 20,4). Gott ist nicht ein Produkt unserer Vorstellungen und Bedürfnisse, nicht in Bildern fassbar. Das goldene Kalb muss zermalmt werden. Ein selbstgemachter Gott ist kein Gott, sondern ein Hampelmann.

Pfingsten (Ausschnitt) von Salomon de Bray (1597-1664)
Pfingsten (Ausschnitt) von Salomon de Bray (1597-1664)

Und doch – wir Menschen sind sinnliche Wesen. Wir sind auf Bilder angewiesen, um zu Einsichten zu kommen. Wir greifen zu Symbolen, um den Heiligen Geist und sein Wirken darzustellen: Wasser, Feuerzungen, Sturm, Atem. Aber damit haben wir ihn nicht im Griff. Wir haben ihn nicht in der Hand, als wäre er ein Prachtexemplar des kirchlichen Inventars, über das wir verfügen und das wir nach Bedarf unters Volk bringen.

Welch ungeheure Spannung: Einerseits denken wir in Bildern, andererseits müssen wir die Bilder ständig hinter uns lassen, sonst verwechseln wir sie schließlich mit der Sache selbst und meinen, wir hätten den Heiligen Geist darin eingefangen. Das ist ein ständiger Lernprozess, Bildung wortwörtlich. Die Wirklichkeit gerade des Geistes ist unfassbar. Wir halten uns an den Unfassbaren, sagt Hans Urs von Balthasar.

Das Bild des unsichtbaren Gottes

‚Im Menschen ist göttlicher Atem, er belebt ihn (vgl. Gen 2,7); der Mensch ist Gottes Ebenbild. Darum ist er in das Bilderverbot einbezogen. Das hat der schweizerische Schriftsteller Max Frisch immer wieder unterstrichen: »>Du sollst dir kein Bildnis machen>, heißt es, von Gott. Es dürfte auch in diesem Sinne gelten: Gott als das Lebendige in jedem Menschen, das, was nicht erfassbar ist. Es ist eine Versündigung, die wir, so wie sie an uns begangen wird, fast ohne Unterlass wieder begehen – ausgenommen, wenn wir lieben« (Tagebuch).

Der, durch den uns das aufgegangen, ist Jesus Christus. Er hat in Gleichnissen von Gott gesprochen, er ist zum Gleichnis Gottes und des Menschen geworden. »Er ist das Bild des unsichtbaren Gottes« (Kol 1,15). Und doch hat er keinen Zweifel daran gelassen, dass wir ihn nicht in der Hand haben, schon gar nicht im Griff. Er entzieht sich unserem Zugriff. Wir können ihn nicht festhalten (vgl. Joh 20,17). »Es ist gut für euch, dass ich fortgehe …« (Joh 16,7), sagt er. Er ist das sichtbare Bild des unsichtbaren Gottes. Beides gilt: sichtbar und unsichtbar – wie in der Emmausgeschichte, wie jetzt in der Eucharistie.

Bilderverbot, das den Menschen betrifft

Der Mensch – Gottes Ebenbild. Wir sind ständig in Gefahr, uns ein Bild zu machen vom anderen, ihn in unsere Vorurteile zu pressen. Damit machen wir ihn schließlich fix und fertig. Besonders hart trifft das in der Regel die sogenannten Ausländer: die Polen, dieRumänen, die Türken, die Muslime. Wir versündigen uns an ihnen und an Gott, dessen Ebenbild sie sind. ‚Mensch, du kannst dir kein Bild davon machen‘, du darfst dir kein Bild davon machen. Wenn wir die Menschen auf ein Bild reduzieren, dann verstoßen wir gegen Gottes Gebot.

Wir leben in einer visuellen Kultur. Die Macht der Bilder fesselt uns über viele Kanäle. Wir lassen uns gefangennehmen von bestimmten Vorstellungen, Kategorien, Schemata und übertragen sie dann auf die Menschen neben uns.

Ist das nicht bezeichnend: Das erste Bild, das wir heute in der Regel von einem Menschen haben, kommt vom Ultraschall: Der Blick des Arztes auf den Embryo bei der vorgeburtlichen Untersuchung. Nicht die Mutter blickt zuerst auf das Kind und der Vater, sie tun es dann mit den Augen des Arztes, der nach Fehlern sucht, nach Schwächen oder gar nach den Schwachen. Ist das der Blick der Liebe?

Wie sehen wir uns selbst? Mit wessen Augen schaut sich an, wer im Spiegel nur noch Fettpolster hier und Tränensäcke dort sieht, den eigenen Körper sozusagen als einen einzigen Schönheitsfehler? Welchem Vorbild eifert nach, wer sich für Fitness, Wellness und Beautiness mit einer Ausdauer und Leidenschaft quält, die mittelalterliche Folterknechte in Erstaunen versetzt hätte? Die Weigerung des Menschen, sich als Ebenbild Gottes anzunehmen, schürt eine zermürbende und zerstörerische Unzufriedenheit mit sich selbst. Sie liefert den Menschen schutzlos dem Perfektionszwang der selbstfabrizierten Idealbilder aus.

Aus diesem Bann kann ihn nur die Liebe befreien. Sie lässt sich nicht von vorgefertigten Bildern fesseln. Wer wirklich liebt, der hört auf, sich ein Bild vom Geliebten zu machen, dem dieser genügen muss, um liebenswert zu sein. Er sagt: ‚Ich sage ja zu dir, so wie du bist. Ich liebe dich einfach.‘

‚Du kannst dir kein Bild davon machen‘. »Du sollst dir kein Bildnis machen von Gott, deinem Herrn, und nicht von den Menschen, die seine Geschöpfe sind« (M. Frisch).

Aus: Franz Kamphaus, Gott beim Wort nehmen. Zeitansagen. Herder Verlag, Freiburg Basel Wien 2006.

Jahrbuch für Biblische Theologie, Band 24 (2009): Heiliger Geist

Martin Ebner, Irmtraud Fischer, Jörg Frey (Hg.):
Jahrbuch für Biblische Theologie, Band 24 (2009)
Heiliger Geist

Neukirchener Verlag 2009

Buchcover: Martin Ebner, Irmtraud Fischer, Jörg Frey (Hg.): Jahrbuch für Biblische Theologie, Band 24 (2009) Heiliger Geist
Buchcover: Martin Ebner, Irmtraud Fischer, Jörg Frey (Hg.):
Jahrbuch für Biblische Theologie, Band 24 (2009) Heiliger Geist

In der weltweiten Christenheit finden pfingstlich-charismatische Gruppierungen wachsenden Zuspruch; sie könnten bald die größte Konfessionsgemeinschaft weltweit werden. Hingegen ist die Frage nach dem Geist in der „klassischen“ Theologie nach wie vor zu wenig bedacht. Von dieser Zeitdiagnose ausgehend bietet das Jahrbuch biblischtheologische Perspektiven zum Heiligen Geist, z.B. zu den Aspekten „Geist und Schöpfung“, „Geist und Leben“, „Charisma und Amt“, „Heiliger Geist als Kraft und als Person“, „Geist und Buchstabe“. Es fragt nach der Besonderheit „pentekostaler“ Bibelauslegung und Theologie, beleuchtet geisttheologisch begründete Reformbemühungen und -bewegungen aus der Geschichte des Christentums, die Bedeutung und Gestalt der Pneumatologie im ökumenischen Horizont und das Verhältnis von Gottes Geist und menschlichem Geist. Praktische Fragen nach der Bedeutung des Geistes für die Religionspädagogik sowie nach der „Unterscheidung der Geister“ werden ebenfalls angesprochen. Der Band will so zugleich zur Überwindung der „Geistvergessenheit“ in der Kirche und zur bibeltheologischen Rückbindung der Berufung auf den Geist beitragen. Mit Beiträgen von Paul Deselaers, Hans-Peter Ernst, Irmtraud Fischer, Jörg Frey, Sven Grosse, Reinhard Hempelmann, Bernd Janowski, Hildegund Keul, Ralf Koerrenz, Annette Krüger, Klaus Müller, Dorothea Sattler, Paul Schmidgall, Johannes Schnocks, John Christopher Thomas, Michael Welker und Michael Wolter.

Windhauch, Feueratem. Eigentlich ist Pfingsten ganz anders

Schwarz, Andrea: Windhauch, Feueratem. Eigentlich ist Pfingsten ganz anders

Verlag Herder 2014

Buchcover: Schwarz, Andrea: Windhauch, Feueratem. Eigentlich ist Pfingsten ganz anders
Buchcover: Schwarz, Andrea: Windhauch, Feueratem. Eigentlich ist Pfingsten ganz anders

Vielleicht ist Pfingsten das wichtigste christliche Fest. Sicher ist es das »unentdeckteste« von allen. Nach ihren erfolgreichen Bänden zu Ostern und Weihnachten hat Andrea Schwarz einen Pfingstbegleiter geschrieben. In ihrer alltagsnahen und erfrischenden Art erschließt sie die Bedeutung von Pfingsten für unser Leben heute. Ihre Texte führen vor Augen, was der Heilige Geist in der christlichen Spiritualität bedeutet: Erfahrung von Nähe und Freundschaft, von Feuer und Begeisterung, von Wind und Auf-dem-Weg-Sein. (Verlagsinfo)

Komm, Heiliger Geist! Pfingstpredigten

Benedikt XVI. Josef Ratzinger: „Komm, Heiliger Geist! Pfingstpredigten“,
Paulinus Verlag 2005

Buchcover: Benedikt XVI. Josef Ratzinger: Komm, Heiliger Geist! Pfingstpredigten
Buchcover: Benedikt XVI. Josef Ratzinger: Komm, Heiliger Geist! Pfingstpredigten

Sehr gegenwärtig ist sowohl in der heutigen Theologie als auch in der religiösen Praxis die Frage nach dem Heiligen Geist. In der Verkündigung jedoch bleibt die Rede vom Heiligen Geist merkwürdig unbestimmt und vage. In seinen Pfingstpredigten liefert Papst Benedikt XVI. eine Vielzahl von Gedanken und Ideen zu diesem spannenden Thema: Was kann der Prediger des katholischen Glaubens von Schrift und Überlieferung her Konkretes über den Heiligen Geist sagen? Worin kann die Bedeutung des Heiligen Geistes im und für den Alltag bzw. das gelebte Christentum liegen? Jenseits theologischer Theorie versucht der Autor, den Spuren des Heiligen Geistes im christlichen Leben nachzugehen und seine Unbestimmtheit ein Stück weit aufzubrechen. (Verlagsinfo)